Vorläufige Ergebnis (Stand: 1. Hochrechnung):  

SPD: 23,1 % (– 5,2 %
CDU: 18,1 % (– 5,2 %
GRÜNE: 16,6 % (– 1,0 %
Die Linke: 16,4 % (+ 4,7 %
AfD: 11,7 % (+ 11,7 %
FDP: 6,5 % (+ 4,7 %
Piratenpartei: 1,7 %  (– 7,2 %

SPD:
Mit einem minus von knapp 5 Prozentpunkten und 23,1% fahren die Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis in Berlin seit über 15 Jahren ein. Die starken Beliebtheitswerte des Spitzenkandidaten Michael Müller konnten, anders als in Mecklenburg-Vorpommern, nicht in ein ordentliches Ergebnis umgewandelt werden. Als stärkste Kraft haben sie nun dennoch den Regierungsauftrag. An Rot-Rot-Grün scheint hier kein Weg vorbei zu führen. Obwohl eine Ampel oder auch ein Koalition aus SPD, CDU und Grünen rechnerisch derzeit noch möglich wären, werden dies wohl für die SPD keine Alternativen sein. Nachdem sich während des gesamten Wahlkampfs die innerparteilichen Zerwürfnisse nie komplett verbergen ließen, droht nun ein erneuter Machtkampf.

CDU:
Herbe Verluste musste auch die CDU bei dieser Wahl hinnehmen (- 5,2 %). Dadurch, dass dieses Ergebnis sich seit Wochen abgezeichnet hat und die CDU, im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern, zweitstärkste Kraft werden konnte, fällt der Schock allerdings weniger stark aus. Nichts desto trotz wird sich der unruhige Herbst für die Kanzlerin mit diesem Ergebnis fortsetzen und Frank Henkel wird sich an seine Rolle als Oppositionsführer gewöhnen müssen.

GRÜNE:
Auch bei den Grünen gibt es heute wenig zu feiern. Nachdem bei der letzten Wahl eine gute Ausgangslage durch einen strategisch suboptimalen Wahlkampf verspielt wurde, lag man bei dieser Wahl sogar noch etwas unter dem letzten Ergebnis. Obwohl die Grünen in Berlin eigentlich ein hohes Potential verzeichnen können, schaffen sie es wieder nicht dieses umzusetzen. Auffällig ist auch, dass sie als einzige Oppositionspartei (mit Ausnahme der Piraten) nicht zulegen konnten. Trotz der Unzufriedenheit mit der Landesregierung konnten die Grünen den BürgerInnen kein attraktives Gegenangebot machen. Der Ansatz eines 4er-Spitzenteams kann wohl als gescheitert angesehen werden. Wichtig wird jetzt sein in der neuen Koalition Schlüsselressorts zu besetzen, die es der Partei erlauben bei der nächsten Wahl endlich das rote Rathaus zu erobern.

DIE LINKE:
Bei Die Linke hat man heute allen Grund zum Feiern. Neben AfD und FDP ist sie die große Gewinnerin der Wahl, auch wenn Umfragen sie zeitweise sogar noch stärker sahen. Die Partei hat einen überaus engagierten und erfolgreichen Wahlkampf hingelegt. Mit + 4,7 % liegt die Partei deutlich über ihrem letzten Ergebnis und kann sich wohl über eine Regierungsbeteiligung freuen. Ähnlich wie bei den Grünen wird es jetzt darauf ankommen, wie man sich personell und inhaltlich aufstellt. Mit Klaus Lederer hat man jedenfalls einen jungen Kandidaten, der sich entwickeln und auch in einigen Jahren noch erfolgreich höhere Ämter bekleiden kann.

AfD:
Nach den letzten Siegeszügen hatte man sich bei der AfD wohl mehr erhofft. Dennoch erreichte man aus dem Stand knapp 12% , was ein durchaus respektabler Erfolg für die Protestpartei ist. Auf der harten Oppositionsbank werden sich nun etliche neue Mandatsträger wiederfinden und beweisen müssen, dass hinter den Versprechungen eine wirkliche Alternative für die Bürger steckt. Dann wäre auch bei der nächsten Wahl der Einzug wieder möglich.

FDP:
Die FDP ist neben der AfD und die Linke die große Gewinnerin dieses Wahlabends. Mit einer Vervierfachung des letzten Ergebnisses hat man locker den Einzug ins Abgeordnetenhaus geschafft. Die klare Themensetzung und ein erfrischender Auftritt kamen offenbar bei den Berlinern an, sodass ein gut geführter Wahlkampf am Ende belohnt wurde.

Piratenpartei: 
Nach fünf Jahren im Abgeordnetenhaus ist die Zeit der einstiegen Newcomer-Partei endgültig vorbei. Innerparteiliche Streitigkeiten und öffentliche Debatten haben die Piraten versinken lassen.